Waldbesitzer an den FFH - Managementplänen im Kreis Neuwied beteiligen!

Informationen über die aktuelle Erstellung der Natura 2000 – Bewirtschaftungspläne im Kreis Neuwied

Gut besucht war die Informationsveranstaltung des Kreiswaldbauvereins Neuwied zum Thema der Natura 2000-Gebiete im Kreis Neuwied. Gäste aus der Naturschutz- und Forstverwaltung des Kreises, der Verbandsgemeinden und aus den Reihen des Privatwaldes waren gekommen, um sich über die Bedeutung der Ausweisung von FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat) und Vogelschutzgebieten für die Bewirtschaftung des Waldes zu informieren.

Im Kreis Neuwied sind von der Europäischen Kommission ca. 5.800 ha als Natura 2000-Schutzgebiet ausgewiesen. Dabei reicht die Größe der einzelnen Gebiete von wenigen Hektaren bis zu geschlossenen Höhenzügen im Kreis. Herausragend sind dabei die ausgedehnten Waldgebiete zwischen Linz und Neuwied sowie an den Felsentälern der Wied, die sich im Privatbesitz bzw. im Besitz der Gemeinden befinden. Prägend sind dabei die hervorragenden Buchenwaldbestände, die europaweite Bedeutung haben und für die zurzeit Bewirtschaftungspläne erstellt werden. „Wichtig ist es, die Waldbesitzer mit in diese Planungen einzubeziehen – sie sind es, die durch ihre naturnahe Bewirtschaftung diesen hohen ökologischen Wert unserer Waldbestände in der Vergangenheit herausgearbeitet und gepflegt haben", so die Vorsitzende des Kreiswaldbauvereins Dr. Gisela Born-Siebicke.

Im Mittelpunkt des Abends stand das Referat von Herrn Hartmut König von der Zentralstelle der Forstverwaltung Rheinland-Pfalz, der im Rahmen seiner Tätigkeit im besonderen Maß für EU-Schutzgebiete und Natura 2000 im Wald beschäftigt ist.

Gleich zu Beginn seiner Ausführung wies er die Besucher darauf hin, dass das Verschlechterungsverbot und die darauf basierende Planung sich nicht auf das FFH-Gebiet insgesamt erstrecke, sondern sich innerhalb der FFH-Gebiete auf die sogenannten Lebensraumtypen wie z.B. den Hainsimsen-Buchenwald beschränke. Diese behördlichen Fachpläne besitzen für die Privatbetriebe zwar keine Verbindlichkeit, jedoch gilt für alle Betriebe generell das Verschlechterungsverbot. Grundlage ist dabei nicht die Entwicklung einer Einzelfläche im Wald, sondern die Betrachtung eines ganzen Gebietes, für das durchschnittliche Schwellenwerte vorgegeben werden.

 

Herr König als Forstfachmann hob anerkennend die hohe ökologische Qualität der betrachteten FFH-Gebiete im Kreis Neuwied hervor. „Hier ist von den Waldbesitzern in der Vergangenheit nachhaltig und umweltschonend gewirtschaftet worden".

Im Hinblick auf die aktuellen Pläne zur Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergie im Wald bei den einzelnen Verbandsgemeinden präzisierte er: „Die bloße Ausweisung als FFH-Gebiet ist hierfür kein Hinderungsgrund. Probleme entstehen, wenn konkrete Lebensraumtypen davon betroffen sind oder geschützte Arten wie Schwarzstorch, Roter Milan oder bestimmte Fledermausarten dort leben."

 

Abschließend hob die Vorsitzende Dr. Gisela Born-Siebicke die Notwendigkeit zum Dialog zwischen Waldbesitzern und Naturschutzbehörde hervor. „Die Maßnahmenplanung muss die natürliche Dynamik eines Waldbestandes abbilden und darf nicht mit starren Vorgaben in die Bewirtschaftung eingreifen – Holzmobilisierung, Klimawandel und ein verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien sind gesellschaftliche Herausforderungen, denen sich der Waldbesitzer mit angepassten waldbaulichen Strategien stellen können muss."