Hallo und herzlich willkommen beim Kreiswaldbauverein Neuwied

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Von der Historie über Ergebnisse, Veranstaltungen und neueste Trends bis hin zur Mitgliedschaft und Beitrittserklärung finden Sie hier alles, was Ihnen im Zusammenhang mit unserem Tun einen ganzheitlichen Überblick verschafft. 

Pressemitteilung zum „Waldtag“ der Frauen Union im Kreis Neuwied.

Wälder brauchen zur nachhaltigen Bewirtschaftung Herz und Sachverstand. 

Walddiskussion im Schatten der Hofkastanie.

Foto: Privat

 

 

Frauen Union im Kreis Neuwied macht Waldbegehung in Unkel

Am Samstag, dem 14. August 2021, konnte die Vorsitzende der Frauen Union Kreis Neuwied Frau Monika Krautscheid-Bosse eine muntere Gruppe wanderfreudiger Mitglieder (nebst männlicher Begleitung) vor der imposanten Steilwand des Stux-Berges am Rande der Stadt Unkel begrüßen. Auf Einladung der Vorsitzenden des Kreiswaldbauvereins Neuwied, Frau Dr. Gisela Born-Siebicke, wollten die Teilnehmer in einer 2-stündigen Waldbegehung der Frage nachgehen, wie die heimischen Wälder mit Trockenheit und Klimawandel zurechtkommen. Letzteres ist wichtig, damit dieser wichtige Teil der Kulturlandschaft kontinuierlich Holz liefern kann, den Artenreichtum erhält und den Wasserhaushalt stabilisiert. Frau Dr. Born-Siebicke erläuterte dazu die geologischen Voraussetzungen des Mittelrheins, die kulturhistorische Bedeutung von Holz als Bau- und Brennstoff, aber auch die aktuellen Schwierigkeiten, vitale Wälder bei steigenden Temperaturen und langen Trockenheitsphasen zu erhalten. Vor allem das flächenhafte Absterben von Nadelbäumen sei ein sichtbares Zeichen für diese Herausforderung.

Die Wanderung führte entlang des Rheinsteigs auf die Rheinhöhe bei Bruchhausen. Dabei konnte in einem kleinen Seitental eine mehrere Hektar große Fläche vollständig abgestorbener Nadelbäume besichtigt werden. Sie gehört mehr als 50 kleinen Waldbesitzern, die sich nun schwertun in diesem unwegsamen Gelände die Schadbäume zu entfernen und eine Neuaufforstung in Gang zu bringen. Bei der Entnahme des Käferholzes sind keine kostendeckende Erlöse zu erwirtschaften. Die anschließenden Aufforstungsarbeiten und Pflegemaßnahmen für die jungen Waldbäume sind mühsam und kapitalaufwendig. Trotzdem finden sich in der Verbandsgemeinde Unkel erstmals wieder kleinere Waldbesitzer zusammen, um gemeinsam eine nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Waldflächen zu sichern. Die Verbandsgemeinden Unkel, Linz und Bad Hönningen unterstützen dies durch ein mehrjähriges Leader-Projekt.

Anhand einer ersten kleinen Aufforstungsfläche konnten die Teilnehmer erkennen, welche Herausforderungen zu meistern sind, um den kleinen Jungpflanzen gegenüber konkurrierenden Gräsern, Brombeeren und Holunderbüschen einen guten Start zu ermöglichen. Dabei wird auch darauf geachtet, die natürliche Verbreitung von örtlichen Baumarten zu unterstützen. Allerdings ist die großflächige Naturverjüngung auf den geschädigten Nadelholzflächen nur begrenzt möglich. Außerdem gilt es, jetzt Baumarten in unsere Wälder zu bringen, die mit größeren Klimaschwankungen – vor allem heißen Trockenperioden – zurechtkommen können. Auf der kleinen Testfläche wurden deshalb Buchen, Roteichen und Weißtannen gepflanzt. Frau Dr. Born-Siebicke wies darauf hin, dass es unter Forstleuten gegenwärtig intensive Diskussionen über die richtige Wahl der regional angepassten Baumarten gibt.

Diese Frage wurde auch beim abschließenden Gedankenaustausch auf Gut Haanhof mit weiteren angereisten Gästen und Unkeler Wein weiter diskutiert. Frau Krautscheid-Bosse  hatte dazu den örtlichen CDU Bundestagsabgeordneten, Herrn Erwin Rüddel, und den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Mainzer Landtag, Herrn Christian Baldauf, eingeladen. Beide dankten der Frauenunion für diese interessante Aktion und würdigten den Einsatz der örtlichen Waldbesitzer für den Erhalt der Kulturlandschaft. Sie wiesen zudem auf die neuen Initiativen des Bundes zur Unterstützung privater wie kommunaler Eigentümer durch eine Waldprämie hin, die durch die Förderung der Schadholzbeseitigung und der Wiederaufforstung über Bund und Land ergänzt werde. Dies geschehe vor allem, um die CO2- neutrale Produktion von  Holz, aber auch die CO2- Bindung in Holzprodukten zu unterstützen. Nur sorgfältig bewirtschaftete Wälder seien dazu in der Lage, diesen Beitrag zur Erfüllung der gesteckten Klimaziele zu leisten.

Frau Krautscheid-Bosse dankte allen Organisatoren dieses informativen Waldtages, besonders aber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Ihr Interesse und ihr Engagement am und im Wald. Frau Dr. Born-Siebicke sei es gelungen, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch die Herzen aller Beteiligten für die Wälder und die Menschen, die sie pflegen, zu gewinnen.

Aktuelle Information zur waldbaulichen Situation und der Arbeit des Kreiswaldbauvereins Neuwied.

  • Kreiswaldbauverein lobt guten Zusammenarbeit mit Privatwaldbetreuung in Krisenzeiten

Die Arbeit des Kreiswaldbauvereins Neuwied wurde im Frühjahr dieses Jahres durch die Folgen der Corona-Pandemie erheblich erschwert. Das ist umso bedauerlicher, als gerade in dieser Zeit viele Waldbesitzer wegen der fortdauernden Trockenheit und Borkenkäferschäden in ihren Wäldern gefordert waren. Der Vorstand des Kreiswaldbauvereins hat deshalb in mehreren Telefonkonferenzen und bilateralen Gesprächen vor allem den Einschlag von Kalamitätsholz und die Wiederaufforstung im Kreis Neuwied erörtert. Dabei wurde das große Engagement des Privatwaldbetreuers Dieter Steinebach vom Forstamt Dierdorf hervorgehoben. Ihm gelang es in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinsmitgliedern und privaten Holzeinschlagsunternehmen den Einsatz der Holzerntemaschinen besitzübergreifend zu organisieren. Bei den vorherrschenden kleinen und Kleinstparzellen im Wald eine mehr als herausfordernde Aufgabe.

Die Vorsitzende des Kreiswaldbauvereins Dr. Gisela Born-Siebicke sprach ihm und seinen Kollegen in den örtlichen Forstrevieren ihre große Anerkennung aus. Durch die rasche und konsequente Holzentnahme werde nicht nur der Befallsdruck des Borkenkäfers reduziert, sondern sogleich auch ein Zeichen gesetzt, dass gemeinsames Handeln im kleinen Privatwald ganz konkret zur Schadensbegrenzung und zum Aufbau neuer waldbaulicher Perspektiven beiträgt. Die zwischenzeitlich angelaufene Förderung beim Einschlag und bei der Neubegründung klimastabiler Wälder braucht ebenfalls die kontinuierliche Unterstützung durch das Forstamt.

  • Gedankenaustausch mit CDU-MdB Erwin Rüddel

Im Bundestagswahlkreis von MdB Erwin Rüddel (Landkreise Altenkirchen und Neuwied) hat der Wald eine ganz besondere Bedeutung für die Forst- und Holzwirtschaft, das Ökosystem, den Tourismus sowie den Klimaschutz. In einer gemeinsamen Erklärung mit den Vorsitzenden der beiden Kreiswaldbauvereine unterstreicht Erwin Rüddel deshalb die Bedeutung des von der Bundesregierung beschlossenen Sonderprogramms zur Überwindung der akuten Waldschäden. Hierfür seien 480 Millionen € Bundesmittel zusätzlich bereitgestellt worden. Zusammen mit den Ländermitteln ergeben sich knapp 800 Millionen €. Der Verfall der Holzmärkte, die fortgesetzte Schädigung durch Trockenheit und Borkenkäfer gefährden die Aufbauarbeit einer ganzen Generation von Waldbauern. Deshalb müsse die Hilfe jetzt bei den Waldbesitzern ankommen.

Dr. Gisela Born-Siebicke erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die schwierige Aufgabe, klimastabile Baumarten für die Wiederaufforstung zu finden. Zumal sich jetzt zeige, dass nicht nur die Nadelwälder sondern auch die Laubmischwälder trockenheitsbedingte Ausfälle zeigen. Deshalb müssten die forstwirtschaftlichen Versuchseinrichtungen mit Nachdruck die Anbauwürdigkeit neuer Baumarten für die hiesige Region prüfen und den Waldbesitzern entsprechende Informationen vermitteln.

 

  •  Was tut sich im Kreiswaldbauverein Neuwied?

Nachdem die Jahreshauptversammlung unseres Kreiswaldbauvereins Neuwied nicht im Juni stattfinden kann, hat sich der Vorstand eine auf eine Verschiebung dieses Termins in die zweite Jahreshälfte verständigt. Wir werden rechtzeitig Termin und Ort mitteilen.

Wenig erfreulich ist auch, dass unsere Waldbildungstage zur Zeit nicht wie gewohnt stattfinden können. Geplant ist ein Termin im Herbst zum Thema Schadholzaufbereitung, Vorbereitung der Neuanpflanzung oder des Wald-Voranbaus sowie die standortangepasste Baumartenwahl. Wir werden dafür eine typische Schadholzfläche auswählen.

Im Rahmen des angesprochenen Leader-Projektes wird eine Information über die jeweiligen Ortsbürgermeister an die Waldbesitzer gehen. Alle Vereinsmitglieder sind gebeten, sich in diese Diskussion einzubringen.

Als Vorsitzende des Kreiswaldbauvereins grüße ich Sie sehr herzlich – und bleiben Sie gesund!

Ihre

Gisela Born-Siebicke

LEADER-Projekt der Verbandsgemeinden Unkel-Linz-Bad Hönningen bringt große Chancen.

Witere Informationen  

Leader Projekt

 

Foto: Kreiswaldbauverein - Neuwied
Foto: Kreiswaldbauverein - Neuwied

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